Periode & Zyklus nach Abtreibung

Abtreibung und Periode

Über Abtreibung war 2022 viel auf in den sozialen Medien und der Pressezu lesen. Die Diskussion über Gesetzesänderungen zu Abtreibungen wird mit viel Emotion geführt.
Abtreibung und Periode
Abtreibung und Periode

Gerade deshalb ist Abtreibung ein Tabu, über das Betroffene selten sprechen. Wir beantworten hier die häufigsten Fragen zum Thema Abtreibung und die Folgen für den Zyklus und die Periode aus medizinischer Sicht. Dafür haben wir einen Frauenarzt gefragt, der viel Erfahrung mit diesem Thema hat. Außerdem erfährst du einiges über die aktuellen Gesetze zu Abtreibung. 

Wenn du überlegst, eine Abtreibung durchführen zu lassen, kannst du hier weiterführende Links zu Beratungsstellen und Rechtsinformation finden: Beratungsstellen Österreich, Beratungsstellen Deutschland.

Interview mit Frauenarzt zum Thema Abtreibung & Periode

Wir haben dem Gynäkologen Dr. Christian Fiala eure wichtigsten Fragen zum Thema Abtreibung und Periode gestellt.

Ab wann normalisiert sich die Periode bzw. der Zyklus nach einem Schwangerschaftsabbruch wieder bzw. wann kann man mit der nächsten Periode rechnen?

Gynäkologe Dr. Christian Fiala: „Für den Körper ist ein Abbruch vergleichbar mit der Menstruation. D.h. ca. zwei Wochen später findet der nächste Eisprung statt und somit die nächste Menstruation ca. 4-5 Wochen nach dem Abbruch. Frauen können nach einem Abbruch sofort wieder schwanger werden und haben ein größeres Risiko im Vergleich zum Durchschnitt der Frauen, da sie ja eine nachgewiesene Fruchtbarkeit haben.“

Fällt die erste Periode nach dem Abbruch stärker/schmerzhafter aus?

„Es kann sein, dass die folgende Menstruation etwas stärker ist. Es gibt diesbezüglich aber keine generelle Beobachtung.“

Wie lange können Blutungen nach einem Abbruch anhalten?

„Das kommt auf die Methode an. Bei einem medikamentösen Abbruch erleben die Frauen den Prozess und haben mehr Blutung und Schmerzen, wobei sie Schmerzmittel gegen die Schmerzen nehmen können. Die Blutung ist stärker und kann ca. zwei Wochen anhalten.

Beim chirurgischen Abbruch erfolgt meist eine Vollnarkose für 5 Minuten, so dass die Frauen kaum etwas bemerken, wenig Blutung und keine Schmerzen. Es kommt aber darauf an, wie der Abbruch durchgeführt wurde. Wenn Gebärmutterschleimhaut in der Gebärmutter verbleibt, dann kann es auch zu stärkeren Blutungen kommen.“

Wann muss nach einer Abtreibung mit der Verhütung begonnen werden?

„Wichtig ist, bereits vor dem Abbruch über Verhütung zu sprechen und das nicht auf die Zeit danach zu verschieben. Grundsätzlich sollten Frauen gleich nach dem Abbruch mit einer wirksamen Verhütung beginnen. (…)“

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Abtreibungsgesetze in den USA

2022 wurden in den USA einige Gesetze verschärft und Abtreibungen schwieriger gemacht. Das löste große Diskussionen aus. Viele Frauen in den USA haben daraufhin ihre Zyklus-Apps gelöscht, da diese möglicherweise sensible Gesundheitsdaten an Dritte weitergeben. Möglicherweise könnte es nämlich durch die eingegebenen Zyklusdaten leichter nachvollziehbar werden, wenn eine Frau ungewollt schwanger ist und in der Folge einen Abbruch durchführen lässt. 

Die Einschränkungen von Frauenrechten in den USA sind in mehrerer Hinsicht besorgniserregend. Ein Verbot von Abtreibungen wird sehr wahrscheinlich nicht die Häufigkeit von Abtreibungen reduzieren, sondern nur die Art und Weise, wie Abtreibungen durchgeführt werden. Das gefährdet die Gesundheit von Frauen, wie in diesem Film thematisiert wird.

aktuelle Gesetzeslage zu Abtreibungen in Deutschland und Österreich

Auch in Deutschland und Österreich ist die Situation für Frauen teilweise schwierig: 
Schwangerschaftsabbrüche sind eigentlich gesetzlich verboten und werden nur unter bestimmten Umständen geduldet (Beratungsgespräch).

In Deutschland gab es 2021 fast 95.000 Schwangerschaftsabbrüche

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland

In Österreich ist der Abbruch nur dann in den ersten 3 Monaten nicht strafbar, wenn davor eine ärztliche Beratung stattgefunden hat.
 Vorarlbergerinnen müssen außerdem bald in andere Bundesländer pendeln, um eine Abtreibung durchzuführen. Der einzige Arzt, der Abbrüche anbietet, geht in Pension. Die politische Führung ist dagegen, Abtreibungen in Spitälern durchzuführen.

Gute Fragen
FAQ

Eine Abtreibung bzw. ein Schwangerschaftsabbruch  ist vergleichbar mit der Periode. Etwa zwei Wochen danach kann schon der nächste Eisprung stattfinden. Das heißt, luteinisierende Hormone, follikelstimulierende Hormone sowie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen erreichen wieder ein Maximum. Danach steigt das Hormon Progesteron und sollte keine Befruchtung stattfinden, folgt daraufhin wieder die nächste Menstruation.

Da die Abtreibung quasi die Einleitung in den neuen Zyklus ist und mit einer Periode vergleichbar ist, beginnt der Zyklus somit gleich darauf. Es könnte sein, dass die folgende Menstruation etwas stärker ist. Es gibt aber keine generelle Beobachtung dazu.

Bei einer medikamentösen Abtreibung erleben die Frauen den Prozess.  Die Blutung ist stärker und kann ca. zwei Wochen anhalten.

Beim chirurgischen Schwangerschaftsabbruch erfolgt meist eine Vollnarkose.  Frauen bemerken kaum etwas. Verbleibt Gebärmutterschleimhaut in der Gebärmutter, dann kann es zu stärkeren Blutungen kommen.

Nach einem Schwangerschaftsabbruch können Frauen sofort wieder schwanger werden und haben sogar ein größeres Risiko im Vergleich zum Durchschnitt der Frauen, da sie nachweislich fruchtbar sind.

Infolinks & Quelle Deutschland

Infolinks & Quelle Österreich

Quellen:

rechtliches zu Abtreibung

Abtreibung DE

Österreich Abtreibung Vorarlberg

Film Vimeo: Creative Producer: Franziska Heinemann, Studentin im Master Werteorientierter Werbefilm an der Hamburg Media School

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