Vorhang auf fĂĽr:

Materialien

Was ist das Problem
bei Materialien?

Fast alle im Handel erhältlichen Tampons, Binden und Slipeinlagen bestehen aus Zellstoff bzw. Zellulose, Kunststoff und/oder Baumwolle bzw. einem Mix aus diesen Materialien. Die genaue Zusammensetzung der Produkte ist oft intransparent, da es in der EU keine gesetzliche Vorgabe gibt, welche die Hersteller verpflichtet, die Materialien und Inhaltsstoffe auszuweisen.

- AHA!

Materialien
FACTS

Wusstest du, dass...
1.

mehr als 90% der konventionellen Monatshygieneprodukte aus einem Zellstoff-Plastik-Gemisch bestehen?

2.

eine Packung mit einzeln eingepackten konventionellen Binden umgerechnet das Plastik von 4 Plastiktüten enthält?

3.

Tampons, Binden & Slipeinlagen zu den Abfallprodukten gehören, die am häufigsten an Stränden gefunden werden?

Tampons und Binden
unter der Lupe

Wenn uns ein Produkt wirklich nahe kommt, dann das Tampon. Monat für Monat tragen Frauen Tampons, Binden oder Slipeinlagen in ihrem bzw. ganz eng an ihrem Körper – in der Arbeit, auf Reisen, beim Sport etc. Was aber genau verbirgt sich eigentlich in diesen Menstruations-Helfern aus ökologischer Sicht?

Plastik in Tampons, Binden und Slipeinlagen

Vielen Frauen ist nicht bewusst, dass die meisten konventionellen Menstruationsprodukte aus einem Zellstoff-Plastikgemisch bestehen. In vielen Fällen sind das Kunststoffe wie Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) – Stoffe, die auch fĂĽr die Herstellung von Kaffeemaschinen oder Rohrleitungen verwendet werden. Laut des europäischen Faserverbandes EDANA bestehen Binden und Slipeinlagen zu mehr als 50% aus Kunststoffen und so genannten Superabsorbern. Das sind kleine PlastikkĂĽgelchen, die FlĂĽssigkeit aufsaugen und z.B. in der Binde halten. Auch bei Windeln werden sie oft verwendet. Superabsorber sind nichts anderes, als Mikroplastik (=Plastikteilchen <5mm), welches ein erhebliches Umweltproblem darstellt.

60%

der befragten Frauen haben sich laut einer Umfrage der erdbeerwoche gemeinsam mit der Ă–sterreichischen Post noch nie Gedanken ĂĽber die Inhaltsstoffe von Tampons und Binden gemacht.

Unter der Annahme, dass rund 25% der Frauen Binden benutzen (siehe aktuelle Erhebungen 2018 in Österreich), würde das bedeuten, dass alleine im deutschsprachigen Raum jährlich eine Plastikmenge von umgerechnet 2,5 Milliarden Plastiktüten durch Binden verursacht wird.

Wie viel Plastik steckt in deinem Tampon?

Einige konventionelle Tampons haben auch eine Ummantelung aus Polymeren – das ist eine Kunststoffart – und sind aus diesem Grund in hunderten Jahren noch immer nicht abgebaut. Wie die meisten Kunststoffe werden sie aus Erdöl hergestellt und sind somit nicht biologisch abbaubar. Auch das Rückholbändchen von Tampons besteht teilweise aus Polyester. Nicht zuletzt ist auch die Verpackung der Produkte ein Umwelt-Thema.

Aufbau einer konventionellen Binde:

Laut des Europäischen Vereins der Faserindustrie ist die durchschnittliche Binde aus folgenden Inhaltsstoffen gefertigt:

Aufbau einer konventionellen Binde: Zellstoff, Kunststoff und Kleber
Wie kommt ein Tier in deine Slipeinlage?

Was viele Frauen nicht wissen: Auch der Kleber, mit denen die Slipeinlagen zusammengehalten werden, war bereits im Fokus einer Konsumentenschutzorganisation. Bei einem Test wurden vor einigen Jahren Weichmacher in der Klebefolie von verschiedenen Slipeinlagen-Marken gefunden (Quelle: Testmagazin 2/2011). Zusätzlich kann Klebstoff tierische Bestandteile beinhalten und ist somit nicht zwangsläufig vegan.

Sweat, blood and tears

Dass eine Slipeinlage oder Binde mit einem hohen Plastikanteil einen unangenehmen Geruch entwickelt, ist auch logisch: Wenn sich Kunststoff mit Schweiß und Luft vermischt, dann entstehen Gerüche. Laut des Oberarztes Dr. Thomas Duscha von der gynäkologischen Abteilung des allgemein öffentlichen Krankenhauses der Elisabethinen in Linz können synthetische und zu enge Unterhosen oder chemisch behandelte Binden die Vaginalflora stören und Scheideninfektionen begünstigen.

Von uns persönlich getestet & ausgewählt.

Plastik und Mikroplastik im Wasser

Tampons und Binden verschmutzen leider auch unsere Ozeane und gehören zu den häufigsten Abfällen an unseren Stränden. Denn konventionelle Produkte sind – im Gegensatz zu nachhaltigen Alternativen wie Biotampons – nicht biologisch abbaubar. Aber warum eigentlich? Der Klebestreifen ist offensichtlich, aber was viele Frauen nicht wissen, ist, dass viele Binden und Slipeinlagen mit saugfähigem Plastikgranulat (den so genannten Superabsorbern) versetzt und mit einer Kunststoffschicht überzogen sind.

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Tampons bzw. Binden

… landen jährlich auf den MĂĽllkippen unserer Erde, wo sie dann bis zu 500 Jahre brauchen, um zu verrotten. Seit der Erfindung der Binden wie wir sie heute kennen, ist also noch kein einziges konventionelles Produkt komplett verrottet.

Ab ins Klo? Oh no!

Ein weiteres Thema, über das in den wenigsten Fällen gesprochen wird, ist die Entsorgung von Hygieneprodukten.

Die falsche Entsorgung hat enorme Auswirkungen auf die Kläranlagen und das Abwassersystem und die Zusatzkosten tragen alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mit.

83%

der Mädchen entsorgen ihre Menstruationsprodukte (vorwiegend Binden) in der Toilette.

erdbeerwoche-Umfrage 2017 unter 1100 Jugendlichen

Zellstoff

Konventionelle Tampons und Binden bestehen größtenteils aus der Chemiefaser Viskose. Das ist Zellstoff, der aus Holz (z.B. Buche, Fichte, Eukalyptus) gewonnen wird und ebenfalls den Grundstoff für die Papierherstellung darstellt. Durch viele chemische Prozesse wird aus Holz Zellstoff hergestellt, der dann zu Viskose weiterverarbeitet wird.

Aber was ist daran eigentlich problematisch?

1. Unkontrollierter Holzeinschlag: Der Großteil der verwendeten Zellulose für Tampons oder Binden in unseren Breitengraden wird aus Wäldern in Europa gewonnen. Über die Grenzen hinaus wird der Anteil des illegalen Holzeinschlags an der globalen Holzproduktion vom Europäischen Parlament jedoch auf 20 bis 40 Prozent geschätzt. Aktuell kämpft gerade Rumänien mit der illegalen Abholzung der letzten heimischen Urwälder.

2. Zellstoffgewinnung: Die chemischen Prozesse zur Zellstofffasergewinnung sind sehr energie- und wasserintensiv. Besonders bei der sogenannten Delignifizierung (der technische Prozess zur „Entholzung“ der Faser) kommen Chemikalien zum Einsatz.

3. Bleiche: Die Verwendung von Elementarchlor ist mittlerweile in der EU sowie anderen Ländern verboten. Derzeit ist das ECF-Bleichverfahren (elementar chlorine free) in Europa vorherrschend. Doch auch in diesem Verfahren werden laut Umweltorganisationen gewisse Chlorverbindungen angewandt, die zwar grundsätzlich umweltfreundlicher sind, jedoch trotzdem so genannte halogenorganische Rückstände in der Faser zurücklassen können. Auf Nummer sicher kann man mit Sauerstoffbleiche (TCF, total chlorine free) gehen, da hier in keinem Fall Chlor zum Einsatz kommt.

Die Fakten:

Laut der Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research können die Unternehmen den Bleichprozess mit Chlor noch immer nicht gänzlich ausschließen. Das zeigt auch ein Ökotest aus dem Jahr 2007, der in 14 Marken halogenorganische Verbindungen fand, die laut einem Experten der Papierindustrie aus Rückständen des Bleichprozesses mit Chlor stammen könnten. In einem ähnlichen Test im Jahr 2017 war zumindest nur mehr ein getestetes Produkt betroffen.

Die erdbeerwoche setzt sich fĂĽr nachhaltige Menstruationsprodukte und mehr Transparenz bei der Produktkennzeichnung ein. Hier gehts zu unseren Forderungen!

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Probleme beim Anbau von Baumwolle

Konventionelle Baumwolle

Konventionelle Baumwolle gilt als die am meisten mit Pestiziden versetzte Pflanze weltweit. Zusätzlich werden laut Organisationen wie Greenpeace oder Öko-Fair in der Baumwollproduktion 25% der weltweiten Insektizide eingesetzt. Das stellt nicht nur für unsere Umwelt und unseren Körper ein großes Problem dar, sondern ist für die Frauen in den Anbaugebieten eine große Gefahr.

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Menschen

sterben laut der Weltgesundheitsbehörde WHO jährlich durch Pestizide – Millionen erleiden Vergiftungen.

Zusätzlich ist bei Baumwolle das so genannte virtuelle Wasser ein großes Thema. Um ein Kilo Baumwolle herzustellen braucht es bis zu 30.000 Liter Wasser. Für ein T-Shirt aus Baumwolle sind ungefähr 2700 Liter Wasser nötig – das entspricht rund 15 gefüllten Badewannen.

Glyphosat in konventionellen Tampons und Binden gefunden

Im Jahr 2015 wurde eine Studie der argentinischen Universität La Plata publiziert, die herausfand, dass 85% der getesteten herkömmlichen Menstruationsprodukte wie Tampons, Binden und Slipeinlagen mit Glyphosat belastet sind. Glyphosat ist ein sehr kontroversiell diskutierter Bestandteil von Breitbandherbiziden, der beispielweise in der konventionellen Baumwollproduktion zur Unkrautbekämpfung verwendet wird.

Vorteile von Biobaumwolle

Wer findet, dass Pestizide in der Unterhose nichts zu suchen haben, kann auf nachhaltige Fasern, wie z.B. Biobaumwolle umsteigen. Biologische Baumwolle hat klare Vorteile gegenüber konventioneller Baumwolle – sowohl aus ökologischer als auch aus gesundheitlicher Sicht. Die internationale Organisation Textile Exchange hat sich Biobaumwolle im Rahmen einer Lebenszyklusanalyse genauer angesehen und folgende Pluspunkte herausgefunden:

Biobaumwolle vs. konventionelle Baumwolle:
  • Keine Gentechnik: Der Einsatz von genmanipulierten Samen ist verboten.
  • Weniger Wasser: Der Wasserverbrauch kann um bis zu 90% verringert werden.
  • Nicht toxisch: Die Verwendung schädlicher Chemikalien ist nicht erlaubt.
  • Weniger CO2: Mehr als 40% der Treibhausgase können beim Anbau reduziert werden.

Gerade für Frauen in den Anbauländern bringt der Anbau von Biobaumwolle einen wichtigen Mehrwert. Eine Schweizer Studie verglich ein Jahr lang den konventionellen Baumwollanbau mit Biobaumwollanbau und kam zu dem Schluss, dass die Biobaumwollproduktion nicht nur auf Erde und Wasser positive Auswirkungen hatte, sondern auch die Lebensumstände sowie das Einkommen der Bauern und Bäuerinnen signifikant steigern konnte.

Und deine Periode?
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4 Tipps

fĂĽr den Monatshygiene-Einkauf: Was kannst du tun?

1. Greif zu nachhaltigen Alternativen, z.B. zu Produkten aus 100% Biobaumwolle, die biologisch abbaubar sind und gleich noch in Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen eingepackt sind. Noch öko-freundlicher sind die wiederverwendbaren Produkte wie Menstruationstasse, Stoffbinde oder Menstruationsunterwäsche.

2. Achte auf ein GĂĽtesiegel, das biologische Baumwolle oder nachhaltige Waldbewirtschaftung bescheinigt. (Achtung: Teilweise gibt es Kennzeichnungen, die jedoch nur die Verpackung des jeweiligen Produkts betreffen!).

3. Achte auf die Kennzeichnung „mit Sauerstoff gebleicht“ anstatt „chlorfrei gebleicht“. So kannst du dir zu 100% sicher sein, dass beim Bleichprozess keinerlei Chlorverbindungen verwendet werden.

4. Achte auf Täuschungen: Wenn du auf der Packung „mit Baumwolle“ oder ähnliche Bezeichnungen findest, bedeutet das übersetzt, dass das Produkt eben NICHT aus Baumwolle, sondern höchstwahrscheinlich aus einem Zellulose-Kunststoff-Gemisch besteht und bestenfalls mit Baumwollfasern versehen wurde. Seidengefühl ist ein netter Euphemismus für die Kunststoffummantelung eines Tampons und hat rein gar nichts mit Seide zu tun.

Bio, öko, geprüft: Produkte aus Bio-Baumwolle
Frau hält rote Menstruationstasse

- Selina von der erdbeerwoche

Mein Tipp

Ich empfehle auf Menstruationsprodukte von Herstellern umzusteigen, die ihre Materialien und Inhaltsstoffe offen legen. Genau nachfragen zahlt sich oft aus!

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