Starke Regelschmerzen & Endometriose

Weltweit 200 Millionen Frauen leiden unter Endometriose, die durchschnittliche Diagnosedauer liegt bei 7-10 Jahren!
Frau mit Endometriose hält sich den Bauch

10% aller Frauen leiden sehr stark unter ihren Regelschmerzen. Sie können deshalb in dieser Zeit ihrer Ausbildung oder ihrem Beruf nicht in gewohnter Weise nachgehen. Vielen Frauen ist jedoch nicht bewusst, dass hinter diesen Regelschmerzen oftmals eine gutartige, aber ernst zu nehmende Erkrankung stecken kann: Endometriose. 

"Ich weiß jetzt, dass es Anlaufstellen für Endometriose-Betroffene gibt. Zu wissen, dass ich nicht die einzig Betroffene bin, hat mir sehr geholfen!"

- Kerstin H.
RUND
15 %

aller Frauen sind in Österreich von Endometriose betroffen, in Deutschland wird die Zahl auf ca. 2 Mio. Frauen geschätzt.

Was ist Endometriose?

Endometriose bezeichnet eine gutartige chronische Erkrankung. Dabei setzt sich Gewebe, ähnlich der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), außerhalb der Gebärmutter fest – z.B. an anderen Organen. Dies können die Eileiter, die Blase, der Darm oder andere sein.

Das Endometrium – die Gebärmutterschleimhaut – wird jedes Monat unter dem Einfluss der Hormone aufgebaut. Die sogenannten Endometrioseherde, die sich außerhalb der Gebärmutter ansiedeln, können sich entzünden. Das kann Irritationen im umliegenden Gewebe verursachen. Während der Menstruation können diese Herde zu bluten beginnen. Das Blut kann jedoch nicht abfließen, sondern gelangt in umliegende Organe, sogar bis zum Darm oder der Blase. Ebenso besteht die Gefahr von Blutzysten in den Eierstöcken. Wenn die Endometrioseherde zu wuchern beginnen, treten Verwachsungen und Narbengewebe an verschiedenen Stellen des Beckens auf.

Gynäkologische Erkrankungen sind für viele Frauen ein Thema. Trotzdem gibt es nur wenige Daten zu Häufigkeit, Einflussfaktoren und Versorgung. Es gibt für Endometriose, Myome und Gebärmuttersenkung unterschiedliche therapeutische Herangehensweisen. Dasselbe gilt auch für andere gutartige gynäkologische Erkrankungen.

Wo entsteht diese Krankheit?

Meist befinden sich Endometriose-Herde am Bauchfell im kleinen Becken, auf den Haltebändern der Gebärmutter, auf oder in den Eierstöcken. Auch an der Blase und in einer Vertiefung hinter der Gebärmutter in Richtung Darm kann sie auftreten. Somit können auch ganz regeluntypische Beschwerden wie Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr ein Hinweis auf Endometriose sein.

Wer genau ist betroffen?

Laut des ersten zertifizierten Endometriose-Zentrum in Wien „Woman & Health“ stellt Endometriose nach dem Myom die zweithäufigste, gutartige gynäkologische Erkrankung im gebärfähigen Alter dar. Aufgrund der Komplexität der Symptome dauert es durchschnittlich bis zu 10 Jahre, bis eine Endometriose-Erkrankung festgestellt wird.

Nicht selten lautet die Fehldiagnose „prämenstruelles Syndrom“. Laut des Experten Fritz Nagele (Endometriose-Zentrum Goldenes Kreuz Privatklinik, Wien) gehören junge, schlanke, kinderlose Frauen mit kurzen Zyklen besonders häufig zu den Betroffenen. Darüber hinaus wird auch eine Vererbung der Krankheit bei ca. 7-10 Prozent der Frauen angenommen.

Ein Grund für die lange Diagnosedauer ist aber nicht nur die Komplexität der Krankheit, sondern auch das gesellschaftliche Tabu rund um Periode und Regelschmerzen. 

In Deutschland erkranken jährlich etwa 40.000 Frauen neu an Endometriose. 2017 gab es 26.068 stationäre Behandlungsfälle mit dieser Krankheit als Hauptdiagnose. Das sind 67 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen. Besonders betroffen sind die 25- bis 45-Jährigen.

schmerzverzerrtes Frauengesicht
Tu deinem Bauch etwas Gutes
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Ursache: Wie kommt es zu Endometriose?

Die Ursache ist bisher unbekannt, aber neben der genetischen Veranlagung können Faktoren wie schlechte Ernährung, Bewegungsmangel, Stress oder Nikotin das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Darüber hinaus wurden laut Untersuchungen in Belgien auch eine erhöhte Dioxinbelastung in der Umwelt in Verbindung mit Endometriose gebracht. Für diese Zusammenhänge fehlen aber leider noch weiter gehende Studien. Auch in herkömmlichen Tampons wurden bei einem Test bereits Dioxinrückstände, welche aus dem Bleichprozess mit Chlor stammen, festgestellt. 

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Typische SYMPTOME

bei Endometriose

starke Regelschmerzen

chronische Unterbauchschmerzen (länger als 6 Monate)

Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang

Schmerzen beim Sex

Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit

Wenn du unter einem oder mehreren dieser Symptome leidest, solltest du den Verdacht auf Endometriose auf jeden Fall bei deinem/deiner GynäkologIn äußern.

Diagnose & Therapie:
Ist Endometriose heilbar?

Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, kann jedoch gestoppt werden, sobald sie erkannt wird. Der Scheidenultraschall, die gynäkologische Tastuntersuchung sowie ein MRT können zur Diagnose beitragen. Eine genaue Diagnose ist nur mittels Bauchspiegelung möglich. Das ist so, da die Herde auch an Stellen auftauchen können, die vom Ultraschall nicht erfasst werden können. Sie können auch nicht mit der Hand abgetastet werden.

Pflanzliche Präparate (wie Teufelskralle) und Akupunktur können die Symptome lindern. Mittels hormoneller Therapie (z.B. durch die Einnahme der Antibabypille oder eines vergleichbaren hormonellen Verhütungsmittels) kann das Wachstum der Endometrioseherde eingedämmt werden.

Mittels Operation (Laser, Hitze oder Starkstrom) können offensichtliche Entzündungsherde und Verwachsungen gelöst werden. In rund fünf bis acht Prozent können jedoch auch nach einer solchen Operation nach längerer Zeit wieder neue Herde auftreten.

"Seit ich mich vegan ernähre habe ich viel weniger Regelbeschwerden."

- Daria Daria
Was ist deine Erfahrung?
Hast du Tipps?

Ernährung: Was sollte man bei Endometriose nicht essen?

Auch mit Ernährung kannst du viel gegen die typischen Beschwerden tun. Da es sich bei Endometriose um Entzündungen im Bauchraum handelt, sind entzündungshemmende Lebensmittel zu empfehlen. Das sind beispielsweise Ingwer, Kurkuma, frisches Gemüse, kalt gepresste Öle und Fisch. Meiden solltest du Alkohol, Koffein, rotes Fleisch (z.B. Schweinefleisch) sowie zuviel Zucker. Egal ob du von der Krankheit betroffen bist oder nicht: Eine gesunde Ernährung trägt wesentlich zu deinem Wohlbefinden in den unterschiedlichen Zyklusphasen bei. Ernährung kann sogar Regelschmerzen lindern!

gemüse sieht aus wie gebärmutter

Erfahrungsberichte:
Betroffene erzählen

In welchem Alter tritt sie auf?

In welchem Alter sie auftritt, lässt sich nicht verallgemeinernd sagen, da die genaue Entstehung und Ursache noch nicht letztgültig geklärt sind. Teilweise scheint die Krankheit vererbt zu sein und tritt bei vielen Mädchen schon ab den ersten Menstruationszyklen auf. Bei anderen entsteht die Krankheit jedoch erst im Laufe des Lebens. Stress, Rauchen und eine ungesunde Lebensweise wirken sich negativ aus. Viele Frauen haben auch einen langen Leidensweg hinter sich, bis Endometriose richtig bei ihnen diagnostiziert wird.

Deshalb ist es auch so wichtig, mit Freundinnen und Familie über Menstruationsbeschwerden zu reden! Du kennst eine Frau, die starke Regelschmerzen hat? Leite ihr diesen Artikel weiter und empfiehl ihr, sich ärztlichen Rat – am besten in einem Endometriose-Zentrum – zu holen.

Diagnose – was nun?

Wenn du die Diagnose bekommen hast, hol dir Hilfe in den Endometriose-Zentren! Dort gibt es eigene Selbsthilfegruppen, wo sich Betroffene austauschen und man bekommt hilfreiche Tipps für die Bewältigung im Alltag. In Österreich ist das z.B. die Endometriose Vereinigung Austria, in Deutschland die Endometriose Vereinigung Deutschland.  

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