Coronavirus und Periode: Facts & Tipps

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Die Coronakrise hat uns alle betroffen und wird unsere Gesellschaft wohl auch langfristig beeinflussen. Wir haben alle Fakten rund um das Coronavirus und die Periode gesammelt.
Coronavirus Periode Weltkugel

Wir von der erdbeerwoche hatten während des Coronavirus Lockdown in Österreich das Privileg, aus den eigenen vier Wänden arbeiten zu können, vielen anderen Berufsgruppen ist das leider nicht möglich. Medizinisches Personal war in Zeiten von Corona besonders gefragt, dabei wird neben ohnehin schwierigen Arbeitsverhältnissen, eines oft vergessen – wie geht es Menstruierenden dabei und was hat das Coronavirus für Auswirkungen auf die Periode?

Coronavirus Periode Weltkugel

Update: Auswirkungen der Corona-Impfung auf den Zyklus und die Menstruation

In den letzten Jahren häuften sich Nachrichten über mögliche Auswirkungen der Corona-Schutzimpfung auf den weiblichen Zyklus. Auf Social Media-Plattformen und in verschiedenen Magazinen u.a. in Deutschland und den USA wurden Frauen zitiert, welche von stärkeren bzw. schmerzhafteren Menstruations-Blutungen oder einem unregelmäßigen Zyklus nach der Impfung berichten.

Unterschiedliche Nebenwirkungen der Corona-Impfung bei Frauen und Männern

Eine Studie aus den Vereinigten Staaten ließ vermuten: Es gibt mehr Nebenwirkungen der Covid-Impfung bei Frauen als bei Männern. In der Studie des Centers for Disease Control and Prevention in den USA werden als häufigste Nebenwirkungen von Frauen Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel angegeben. 

Laut einem Artikel der New York Times werden die Gene und Hormone dafür verantwortlich gemacht, dass sich mehr Antikörper entwickeln (siehe auch bei Impfungen wie Hepatitis A/B oder Mumps), was als mögliche biologische Ursachen gelten könnten. Eine mögliche Erklärung für die Zyklusveränderungen liefern nun laut Berichten in der Süddeutschen Zeitung und dem norddeutschen Rundfunk die Gynäkologen Christian Albring und Christian Thaler: Laut ihnen könnten die Immunzellen und Immunbotenstoffen eine Rolle spielen, welche beim Aufbau der Gebärmutterschleimhaut beteiligt sind. Diesen Vorgang könnten durch die Impfung ausgelöste Immunreaktionen stören. Laut Thaler gäbe es keine Hinweise darauf, dass die Zyklusstörungen zu ernsteren Problemen geführt hätten.

Kann die COVID19-Impfung die Periode beeinflussen?

Eine im Juli 2022 veröffentlichte US-amerikanische Studie befragte 39.129 doppelt gegen COVID19 Geimpfte über 18 Jahren. Unter den Proband:innen mit einem regelmäßigen Zyklus berichteten 42% über eine stärkere oder zeitlich verzögerte Menstruationsblutung nach der Covid-19-Impfung. In 66% der Fällen kam es auch bei Frauen nach der Menopause in Folge der Impfung zu Durchbruchsblutungen.

Wie einige vorangegangene Untersuchungen kommt auch diese Studie zum Schluss, dass die verstärkten Blutungen selbst in der Regel nicht unmittelbar gefährlich waren und sich mit einigem zeitlichem Abstand zur Impfung wieder normalisiert hätten. Ein Einfluss der COVID19-Impfung auf die Fruchtbarkeit oder Gebärfähigkeit von Geimpften wurde durch mehrere Studien widerlegt. 

Dennoch kann eine solche Zyklusveränderung bei vielen Menstruierenden Unsicherheiten auslösen, insbesondere, da bisher nicht ausreichend auf diese mögliche Nebenwirkung der Impfung hingewiesen wurde.

Endometriose- und PCO-Patient:innen besonders betroffen

Eine im Herbst 2021 veröffentlichte britische Studie untersuchte nachträglich die Auswirkungen der COVID19-Impfung auf den weiblichen Zyklus von über 1.200 Probandinnen. Die Studienautor:innen kommen zu dem Schluss, dass beim überwiegenden Teil der Frauen bzw. Menstruierenden kein Zusammenhang zwischen Zyklusunregelmäßigkeiten und der Corona-Impfung hergestellt werden konnte.

Jene Minderheit von menstruierenden Personen, die über Zyklusstörungen berichtete, war jedoch auffällig häufig von Endometriose bzw. dem PCO-Syndrom betroffen. In dieser Gruppe gab es im Zusammenhang mit der Corona-Impfung eine Häufung einer zu früh einsetzenden Periode bei Endometriose-Patientinnen und einer zu spät auftretenden Menstruation bei PCO-Betroffenen.

Frau mit rotem Nagellack zeigt mit rotem Stift auf einen Kalender den sie vor der Brust hält

Veränderung der Zyklusdauer durch COVID19-Impfung laut Studie minimal

Eine im Januar 2022 veröffentlichte US-amerikanische Studie wertete anonymisierte Daten einer Zyklus-App von Frauen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren aus. Dabei wurden die Zyklen von geimpften Frauen mit jenen von Ungeimpften verglichen. Die Studienautor:innen kamen zu dem Schluss, dass die Corona-Impfung die Dauer des Zyklus verlängern könne, allerdings nur minimal – nämlich im Schnitt um nur rund 1 Tag.

Die Studie kam weiters zu dem Schluss, dass es einen Unterschied mache, in welcher Zyklusphase die Impfung erfolgt. Bei einer Impfung in der ersten Zyklushälfte waren die Auswirkungen auf die Zykluslänge am stärksten. In bereinigten Modellen zeigte sich bei Menstruierenden, die beide Impfstoffdosen innerhalb eines Zyklus erhielten, eine um 2 Tage längere Zyklusdauer im Vergleich zu Ungeimpften. 

Der Weltverband der Frauenärzt:innen bzw. Gynäkolog:innen stuft solche Veränderungen des Menstruationszyklus aber nicht bedeutsam ein.

Immunsystem und Periode

Als mögliche Ursache für die Zyklus-Veränderungen nach der Covid19-Impfung wird die Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff genannt, vor allem wenn das Immunsystem Entzündungsbotenstoffe produziert.

Meldungen von Zyklusstörungen durch COVID-19-Impfungen konnten an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gesendet werden. Bis 31.07.2021 wurden 310 solcher Meldungen gezählt, wie der aktuelle Sicherheitsbericht vom 19.08.2021 informiert. Insgesamt 157 Fälle in Zusammenhang mit Pfizer/Biontech, 25 mit Moderna, 127 mit AstraZeneca und ein Fall mit dem Impfstoff Janssen.

Die Störungen traten zwischen Tag 1 und Tag 67 auf. Ca. 34% geben an, dass sich die Beschwerden seitdem nicht gebessert haben. Rund 31% berichten, dass zum Zeitpunkt der Meldung der Störungen diese auch schon abgeklungen waren. Bei ca. 15%, ist eine Besserung der Beschwerden zu verzeichnen und bei den übrigen Meldungen gibt es keine Informationen zu einer Besserung/Verschlechterung der Zyklusstörungen. Insgesamt 9% dieser Beschwerden werden vom PEI als schwerwiegend eingestuft.

Periodenunterwäsche: Große Auswahl

Als mögliche Ursache für die Zyklus-Veränderungen nach der Covid19-Impfung wird die Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff genannt, vor allem wenn das Immunsystem Entzündungsbotenstoffe produziert.

Neue Covid-Studie zur Periode aus 2023

Im April 2023 wurde eine UK-Studie zu Auswirkungen der Impfung und der Covid-Infektion auf den weiblichen Zyklus veröffentlicht. Darin wurde festgestellt, dass es bei den mehreren tausend Teilnehmerinnen keinen Zusammenhang zwischen Impfung und Menstruationsbeschwerden gab. Hingegen konnte eine Corona-Infektion in manchen Fällen Symptome, wie eine stärkere Blutung, verursachen. 

Die Ergebnisse gehen auf eine Onlineumfrage zurück. Insgesamt untersuchten die Forscher:innen die Antworten von rund 5.000 Frauen, die geimpft worden waren.

Frauengesundheit muss stärker in medizinische Forschung einbezogen werden

Leider steckt die Gendermedizin, also jener Forschungszweig, welcher sich mit den biologischen Unterschieden von Frauen und Männern beschäftigt, noch in vielen Bereichen in den Kinderschuhen. Sowohl wenn es um die Testung von neuen Medikamenten als auch um die Erforschung von Impfstoffen geht, werden geschlechtsspezifische Besonderheiten oftmals zu wenig berücksichtigt. Gerade in frühen Studienphasen würden Frauen oft zu wenig eingebunden, meint auch die renommierte österreichische Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer.

Genderaspekte bei Corona-Impfung

Auch im Zusammenhang mit der Corona-Impfung war die Studienlage zu spezifischen Auswirkungen auf den weiblichen Körper noch sehr dürftig, jedoch wurden in den letzten Jahren einige Initiativen in diesem Zusammenhang gestartet, u.a. von einer Anthropologin aus Illinois, die auf Twitter über ihre Nebenwirkungen berichtete und gemeinsam mit der Washington University in St. Louis eine Online-Umfrage gestartet hat, die bereits > 19.000 befragte Frauen umfasst.

Menstruierendes Pflegepersonal am Limit

Krankenpflegerin mit verschränkten Armen

Frauen sind besonders während einer Pandemie gefragt, denn sie arbeiten vielfach in Pflege-Berufen. In der Provinz Hubei in China, wo das Coronavirus entstanden ist, sind mehr als die Hälfte aller Ärzt:innen und 90% des Pflegepersonals Frauen.

Lange Schichten in Ganzkörperanzügen sind kräftezehrend. Besonders während der Periode ist die Situation noch verschärft. Ein Mangel an Menstruationsartikeln war gerade rund um den Höhepunkt der Coronakrise in China keine Seltenheit, da diese Produkte nicht als Notwendigkeit erachtet wurden.

Das Menstruationstabu kennt aber auch noch ganz andere Auswirkungen: In einem Krankenhaus in Shanghai wurde sogar angedacht, Ärztinnen und Krankenschwestern die Pille zu verschreiben, um ihre Periode zu kontrollieren.

Nach heftigen Vorwürfen seitens Online Communities gibt es hier Besserung und die Hoffnung auf einen Bruch des Tabus nach der Krise ist gegeben.

Wie sich Stress durch eine globale Pandemie auf die Periode auswirkt

Interessanterweise wirkt sich die Coronakrise nicht nur auf unsere Arbeitswelt und Freizeit aus, sondern kann auch die Menstruation beeinflussen. Eine Studie aus Uganda machte sichtbar, dass viele Bereiche betroffen sind. 35% der Befragten gaben an, dass sich ihre Periode Aufgrund der COVID-19 Pandemie verändert hatte. Darunter sind Symptome wie stärkere Regelschmerzen, ein unregelmäßiger Zyklus oder auch veränderte Blutmengen.

Ein plausibler Grund für diese Veränderungen ist der Stress, der durch die Coronakrise ausgelöst wurde. Dadurch wird vermehrt das Stresshormon Cortisol produziert, welches sich auch auf den Monatszyklus auswirken kann.

Veränderte Periode nach einer Corona-Infektion

Eine Infektion mit dem Corona-Virus hat tatsächlich Auswirkungen auf die Periode: Laut einer Studie des Journal Reproductive BioMedicine Online geben 28% der an Corona erkrankten Frauen an, dass sie Veränderungen in ihrem Menstruationszyklus festgestellt haben, während 25% angaben, dass sich die Blutmenge nach der Virusinfektion veränderte. Auch hier wird Stress als wichtiger Faktor eingestuft.

Unregelmäßiger Zyklus durch Corona?
Interview mit Frauenärztin

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Period Poverty & Tabu

Wie der Slogan des Menstrual Hygiene Day 2020 es schön formulierte – „Periods don’t stop for pandemics“. Das Problem ist, dass viele Mädchen und Frauen, vor allem in ärmeren Ländern während einer Pandemie vor noch schwierigeren Herausforderungen rund um ihre Periode stehen. Beispielsweise haben sie schlechteren Zugang zu Informationen, da Schulen und ähnliche Institutionen geschlossen sind. Auch das Tabu im eigenen Haushalt stellt sich oft als Problem dar.

Wir setzen uns auch weiterhin dafür ein, dass Aufklärung im Unterricht stattfindet und Menstruationsprodukte leistbar sind. Unterschreibe hier unseren Appell für leistbare Periodenprodukte in Österreich.

Die Statistiken zeigen, dass die Infektionsrate von Männer und Frauen etwa gleich hoch ist, Männer sterben aber eher an Covid-19 als Frauen. Woran liegt das?

Zeit.de hat berichet, dass Frauen bzw. unser Immunsystem prinzipiell effektiver auf Infektionserreger (egal ob Coronavirus oder andere Viren) reagieren und daher eine schnellere Immunantwort haben als Männer. Das hat verschiedene biologische Gründe.

Einer davon ist das Geschlechtshormon Östrogen, welches im Vergleich zu Testosteron die Immunantwort eher verstärkt. Eine weitere Erklärung steckt bereits in unseren Genen: im X-Chromosom liegen Gene die für eine rasche Immunantwort wichtig sind. Da wir Frauen zwei X-Chromosome haben können unsere Immunzellen auf beide zurück greifen und dadurch schneller reagieren. Warum das so ist, liegt vermutlich daran, dass Frauen eventuelle ungeborene Kinder mitbeschützen müssen.

Was aber noch hinzu kommt, warum das Coronavirus zwar nicht mehr Männer infiziert, aber mehr Männer daran stark erkranken und somit die Todesrate höher ist: Männer leben im Schnitt ungesünder. Rauchen aber auch schlechte Ernährung sind hier wichtige Faktoren, denn sie führen oft zu Corona-relevanten Vorerkrankungen.

Frauen

haben ein effektiveres Immunsystem und können Covid-19 daher besser bekämpfen als Männer!

Die Menstruationstasse für deine Zero Waste Periode

„Super übrigens, dass es euch gibt! Ihr macht tolle Arbeit!“

- Susi F.
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Erfahrungsberichte zum toxischen Schocksyndrom Wir von der erdbeerwoche sind immer wieder erschüttert, dass es nach wie vor Fälle des toxischen Schocksyndroms gibt, die durch Monatshygieneprodukte

Quellen:

menstruations ministerium für vulven und inneres

Tipps, Tricks
& Fun

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Heute ist nicht alle Tage, die Periode kommt wieder - keine Frage!
Und jetzt Vorhang auf für:
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Was versteht die erdbeerwoche unter Frauen?

Wenn wir über „Frauen“ schreiben, so meinen wir damit alle, die sich als Frauen fühlen. Natürlich ist uns klar, dass nicht alle Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen sich als Frau definieren bzw. menstruieren. Auf der anderen Seite wollen wir auch jene ansprechen, die sich nicht als weiblich identifizieren (wie Transgender, Intersexuelle und nicht-binäre Menschen) und menstruieren.​

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